Sonntag, 8. April 2012

Brief an dich ..

"Salut Fatia,
normalement je te demanderais bien comment tu vas, mais pas cette fois car que je sais bien que c'est pas la forme.

Tu sais quand ma mère t'as rencontré pour la première en octobre, et bien elle m'a dit alors que je pourrais apprendre beaucoup de toi. Elle avait raison. J'essaie de faire de mon mieux à chaque jour et dans mes tâches quotidiennes au boulot. Je ne veux pas et ne peux pas te remplacer au boulot, mais j'essais au moins de faire en sorte de garder vivant le bonheur et la joie de vivre que je ressentais quand tu étais présente. Je fais ça pour toi et les résidents. C'est sûr que ce n'est pas la même que de travailler avec Estelle, mais je crois qu'on forme quand même une bonne équipe.

Tu nous manques vraiment à tous ici, et il y a des personnes qui s'inquiète pour toi tous les jours, comme M. Brungard par exemple.

Lorsque je ne me sens pas bien, ou que je m'inquiète trop, ma soeur me rapelle à quelle point la France c'est génial. Elle a raison.

Je sais aussi que tu risque de recevoir cette lettre de pâques un peu en avance, mais c'est parce que je retourne à la maison pour quelques jours pendant le congé de pâques. Je voulais être sûr que tu la reçoive à temps.

Et puis finalement j'espère vraiment que cette enveloppe mettra un sourire sur tonvisage. Perso je veux vraiment que tu te rétablisses vite, mais prend quand même le temps qu'il faut poru être à nouveau sur pied. Je te souhaite vraiment de tout mon coeur un bon rétablissement. Sûrtout ne lâche pas. Tu peux y arriver."

Foto (c) privat

Video: Silbermond - "Himmel auf"

Freitag, 6. April 2012

Cloclo et mes sept mois



Diese französische Schmalzlocke nannte sich Claude Francois, seiner Zeit einer der größten Sänger Frankreichs. Mit ein paar Altenheimbewohner und -innen waren Estelle und ich im Kino. Die Musik der damaligen Zeit ist nun nicht wirklich meins, aber da durchaus Ohrwurm-Potenzial. Biografisch ist der Film über Francois, denke ich, gut gemacht. Mit viel Emotion, allen Höhen und Tiefen. Ende der 70er starb der Sänger an einem Stromschlag in seiner Pariser Badewanne - Wasser und flimmernde Glühlampe, welch ein dummer Abgang von der Bühne des Lebens! Mehr muss ich dazu wohl nicht sagen, ihr versteht den Trailer ja ;-)

Ansonsten haben wir diese Woche noch den 66. Geburtstag von Jean-Francois (inoffiziell) gefeiert. Glückwunsch! Diesen Donnerstag, 5.04.2012, bin ich auch seit sieben Monaten in Frankreich. Die Zeit läuft...für Madame O. ist die Lebenszeit leider zuende gegangen. Ihre letzten Stunden verbrachte sie im "Maison Belot" im Kreise ihrer Familie.

Morgen geht es für mich wieder in die Schweiz. Von Basel aus geht es in den Osterurlaub :D


Lieben Gruß, eure Lucie

P.S.: Sommer gewitter sind langweilig. Frühlingsgewitter, die sind toll!

Dienstag, 3. April 2012

Liebe dich selbst

Foto (c) privat
Unsere Welt des 21. Jahrhunderts dreht sich schnell. Sie strebt nach ihrem ganz eigenen Glück - doch Glück ist nicht gleich Glück.

Viel zu oft nur um Erfolge im Leben und das, was man erreicht hat. Im Netz wird der Mensch gläsern, mit jedem neuen "Lebensereignis", dass auf Facebook millionenfach online geht.

Perfektionistisch laufen wir allgemeingültigen Zielen hinterher, die man erreichbar sind. Macht, Einfluss, Besitz, Schönheit und andere Begriffe prägen unser Denken und unseren Anspruch in der Gesellschaft.

Insbesondere junge Menschen wie ich sollten am besten schon vor dem 18. Lebenjahr Qualitäten und Auslandserfahrungen haben, bevor sie eine Ausbildung beginnen.

Viel zu oft vergessen wir, was wir eigentlich täglich leisten, egal in welchen Bereichen wir beschäftigt sind.

Auch ich bezeichne mich als "perfektionistisch". Dabei ist mir bewusst, dass ich hohe Ansprüche an mich selbst stelle. Dieser Druck, durch mich allein verschuldet, ist ziemlich schwer und eigentlich muss das nicht sein.  Warum tue ich mir das an? Um den Erwartungen anderer gerecht zu werden?

Ein Freiwilligendienst in einem Altenheim - das klingt vermutlich banal, aber das ist es nicht. Es ist wirklich harte Arbeit. Ich sollte also stolz auf mich und meine tägliche Leistung sein, sanfter mit mir umgehen. Wochenlang habe ich größtenteils allein gearbeitet, ich hatte das Zepter in der Hand und konnte im Grunde tun, was ich wollte. Soweit ich das konnte.

Inzwischen habe ich dieses Zepter wieder aus der Hand gegeben: So soll es sein und so ist es gut. Ich reflektiere. Um ehrlich zu sein, weiß ich gar nicht wie ich diesen Wochen geschafft habe. Meine Arbeit verlangt mir täglich Aufmerksamkeit, Geld, Kreativität, Einfühlungsvermögen und ein starkes Gemüt ab. Ein klarer Kopf, der nicht den Überblick verliert, ist nützlich.

Fast sieben Monate sind in Frankreich vergangen. Manchmal komme ich mit einem Gefühl von Stolz am Nachmittag nach Hause und fühle mich seltsam erwachsen. Machmal wird mir klar, dass ich eigentlich recht erfolgreich in einem anderen Land mit einer anderen Sprache lebe.

"Liebe dich selbst."  - denn du so schlecht wie du denkst.
"Liebe dich selbst."  - denn das hebt das Selbstwertgefühl und hilft, gesund zu bleiben.
"Liebe dich selbst."  - denn es gibt genug andere, die an dir zweifeln.
"Liebe dich selbst."  - denn du bist du. Einzigartig und unauswechselbar.

Sonntag, 1. April 2012

Yellow Printemps 2012

Jardin; Foto (c) privat
Freitag, 30/03/2012 - Nachdem ich mir wuetend Linkin Park auf die Ohren gab, bin ich inzwischen wieder aus meinem Stimmungsloch gekrochen und statt Linkin Park hoere ich u. A. Coldplay oder den „King Of Pop“ Michael Jackson. Nein, einen Moon-Walk ueber den Grantplatz gab es nicht. Die Sonne hat mich herzlich angelacht und meine Mundwinkel wieder nach oben gezogen. So war ich und so bin ich immer noch. Das Boese aus dem Inneren in positive, neue Kraft verwandeln. Janz einfach. Haha. Auch dank der vielen mitfuehlenden Anmerkungen von Familie und Freunden. DANKE!

Obwohl Estelle wieder da ist bin ich immer noch gut zwei Tage in der Woche im „Maison Belot“ auf mich allein gestellt. Estelle macht oft administrative Sachen, die natuerlich auch wichtig sind, und telefoniert gerne mal eine halbe Stunde mit Christine. Oder sie macht unsere eingeladenen Entertainer zur Schnecke! Den kleinen, springenden Mann von Lachnummer, den wir diese Woche fuer die Geburtstagsfeier engagiert haben, zum Beispiel.  Leider tat er nicht das, was Estelle ihm empfahl. Die lautstarke Standpauke wollte ich mir vor allen Altenheimbewohnern nicht anhoeren, besonders als die Sprache von ihm absurderweise auf Fatia kam.

Momentan haben Estelle und ich es nicht ganz leicht. Viele Bewohner, die sonst zu den Animationen kommen, sind verhindert. Sofort fallen mir fuenf Bewohner ein, deren verschlechterter Gesundheitszustand eine Animationsteilnahme nicht mehr zulaesst. Darunter auch eine meiner franzoesischen Lieblingsomas. Il y a une manque là.

Privat sieht es zum Glueck anders aus. Ich verbringe fast jede freie Minute im Freien. Das Wetter ist seit ein paar Wochen nur herrlich. In Beaucourt selbst wurde noch mal Carnaval gefeiert und letztens gab es ein Autorennen. Jean-François moechte mal wieder, dass ich mit ihm bei tollem Wetter wandern gehe. Stattdessen wollten Emmanuel und ich uns „The Hunger Games“ (Die Tribute von Panem) ansehen. Am Freitag hatte uns Christine zum Essen eingeladen.

Vor ein paar Wochen erhielt ich die Nachricht, dass das SC-Seminar in Peking nichts wird. Franzoesisch sprechende Chinesen habe ich jetzt trotzdem zu Gesicht bekommen! Im „Palais de Montbéliard“, einem riesigen China-Restaurant fuer 250 Gaeste! Wir, eine Gruppe von zwoelf Personen, allesamt im regionalen Altenheim-Bereich arbeitend, hatten einen tollen Abend. Um 21:30 Uhr standen wir immer noch hungrig am Eingang und am Ende waren wir die letzten, die noch um 23 Uhr ihren Kaffee tranken. Wir liessen uns das Buffet-Essen schmecken (an Froschschenkel habe ich mich nicht heran getraut), machten uns ueber die Bedienung lustig und philosophierten ueber eine SMS. Normalerweise ist es in Frankreich ueblich, dass einer die gesamte Rechnung bezahlt, aber bei so vielen Personen teilten wir doch lieber auf. Elf Kreditkarten in der Luft – wie in Amerika.

Bis bald, eure Lucie

Samstag, 31. März 2012

Du da oben, sag mir warum .

Bessere Zeiten; Foto (c) privat
Montag, 26/03/2012 – Vor knapp vierzig Tagen habe ich dich zum letzten Mal gesehen. Die Sonne scheint sommerlich warm auf mich hinunter, der Himmel ist blau. Es ist Frühling geworden während du nicht da warst. In mir ist es so still wie lange nicht mehr. Mein Gesicht scheint starr, genau wie mein Blick auf den sandigen Boden. Mein Lächeln? Gestorben.

Der Schock gräbt sich tief in meine sensible Seele. Endlich habe ich Gewissenheit und das macht es nicht minder erträglich. Endlich konnte ich das Schweigen brechen, das so lange in der Luft lag. Fatia, ich weiß, dass du krank und siebenundreißig Jahre jung bist. Jean-François sagte mir, was los ist. Woran du leidest werde ich hier nicht  aussprechen. Was einmal im World Wide Web ist, kommt nicht wieder hinaus, wird nicht vergessen. Aber ich will, dass es aus deinem Körper rauskommt – ich weiß, du kannst es schaffen. Meine Hoffnung wird die letzte sein, die stirbt.

Mein Opa hat es schließlich auch geschafft. Leider bist du nicht dieser groß gewachsene Mann, sondern diese kleine zierliche Frau und trotzdem habt ihr beide dasselbe liebende Herz.

Ich frage mich, warum es immer die Falschen trifft. Warum immer diejenigen, die es nicht  verdient haben? „Wir machen alles zusammen.“, hat mir Fatia im letzten September gesagt. Bis heute ist sie die wichtigste Bezugsperson in meinem DJiA. Sie ist mir abhanden gekommen, aber diese Liebe, die tiefe Sympathie bleibt.


Youtube.com: Linkin Park - "No more sorrow"

Wut keimt in mir auf. Wut auf diese Welt, in der ich lebe. Ich glaube, dieses Gefühl hilft mir mich gegen allen Schmerz und alles Leid zur Wehr zu setzen.