Dienstag, 17. Juli 2012

DJiA-Abschlussbericht

Meine deutsche Entsendeorganisation des "DJiA", die Evangelischen Freiwilligendienste für junge Menschen FSJ und DJiA GmbH, bat ihre Freiwilligen von 2011/2012 nach dem Zwischenbericht Anfang des Jahres noch einen Abschlussbericht zu schreiben. Da ich einige Zeilen meines damaligen Berichts hier auch veröffentlicht habe, natürlich auch jetzt ein paar eigene Auszüge:
"Es gab Tage voller Trauer, aber die Hoffnung, die war immer da. "

"Der Animationsplan war manches Mal so gähnend leer, dass ich mich in der Pflicht sah ihn mit Leben zu füllen – jeden Tag. Irgendwie."

"Meinen Schützlingen konnte ich so einige Wehwehchen und Krankheiten vergessen lassen, doch bei meiner Kollegin musste ich taten-, hilflos zusehen."

"Mein Mitbewohner Emmanuel dagegen schien den „idealen“ Freiwilligendienst zu absolvieren."

"Allein weiter zu arbeiten mit der Gewissheit, dass es eigentlich anders sein sollte – das ist schwieriger als einfach aufzugeben und abzufahren."

"Ich habe erfahren von vierzehn meiner Schützlinge Abschied nehmen zu müssen, obwohl ich nie die Absicht dazu hatte."

"Relativ spät wurde auch mir tatsächlich klar, dass ich monatelang meine Arbeitskollegin ersetzt hatte."

"Letztlich sehe ich mein Engagement im Ausland als sehr positiv und empfehlenswert an."


Liebe Grüße, eure Lucie

luno - nouveaux couleurs

Foto & Design (c) privat


Tada!
Wie ihr seht erstrahlt mein Blog luno-beaucourt.blogspot.com in neuem Glanz! Eigentlich wollte ich schon während meiner Zeit in Frankreich das Layout ändern, aber irgendwie ist mein Standard-Programm (Photoshop) flöhten gegangen. So blieb es bei den französischen Nationalfarben. Im neuen Design gibt es - nur - fünf Fotos, die mein Jahr in Frankreich symbolisieren.
Der Bereich "MyTube" mit Musikvideos pausiert für eine Weile, die komplette Navigation befindet sich nun auf der gegenüberliegenden Seite, also rechts.

Wer ein paar Zeilen meines "DJiA-Abschlussberichts" lesen möchte, klickt hier.

Ich melde mich wieder.
Lucie

Montag, 2. Juli 2012

Moi, Katzenoma

Ganache, 3 Tage vor der Geburt; Foto (c) privat
Unsere kleine Mademoiselle Gaga wie Emmanuel und ich sie manchmal genannt haben hat heute Morgen auf dem Dachboden von Amneville vier Kätzchen zur Welt gebracht. Katzenmama und -kinder sind wohlauf. Dementsprechend bin ich ganz stolz auf meine Kleine :-)
Bilder gibt es leider noch nicht.

Lucie
♥♥♥♥

Samstag, 30. Juni 2012

Bye bye, Beaucourt

Foto (c) privat
Über Mulhouse sind Emmanuel und ich problemlos von Colmar wieder nach Belfort, also auch nach Beaucourt, gefahren. An meinem letzten Wochenende sollten nicht nur meine Mutter und Schwester zu Besuch kommen, sondern auch Emmanuels Eltern. Die holten uns vom Bahnhof ab und wir fuhren zurück nach Beaucourt. Kaum hatte ich die weibliche Hälfte meiner Familie geherzt, brach eine deutsch-französische Diskussion über Ganache aus. Wir wussten sehr lange nicht, was mit der kleinen passieren sollte, dazu aber später - nur so viel: es gab ein Happy End.

Am letzten Juni-Wochenende war es ziemlich heiß und sonnig in Beaucourt. Emmanuels Eltern lasen in ihren Büchern während ich mit meiner Mutter und Schwester entspannt auf der Terrasse zu Mittag aß. Moment, entspannt? Eigentlich bin ich gar nicht zum Essen gekommen, weil immer irgendwas war! Es hat mich drei Anläufe gekostet nach meiner Post zu sehen. Das eine Mal war ich gerade über den halben "Maison Blanche"-Parkplatz gegangen, da kam mir Animatrice Christine gut gelaunt entgegen. Im Schlepptau - zwei bereits angekündigte junge Frauen, die für einen Monat in "unserem" Haus leben beziehungsweise im "Maison Banche" arbeiten sollten und eine Praktikantin. Emmanuel war in dem Moment nicht zur Stelle und deswegen unternahm ich die kleine Besichtungstour der Unterkunft auf Zeit.

Das Ganze endete in einer kleinen Gesprächsrunde aus drei Deutschen, einer Japanerin, einer Russin und zwei Französinnen. Wir unterhielten uns mit Händen und Füßen - mehr oder weniger übersetzend entweder auf Deutsch, Englisch und Französisch.

Am Abend ließen Emmanuel und ich unsere neuen Mitbewohnerinnen allein und gingen mit unseren Familien im "Maison Blanche" essen.

Am nächsten Morgen nahm ich relativ früh einen Bus nach Montbéliard, um meine Mutter und meine Schwester vom Hotel abzuholen. Ein entspannter, heißer Sommer-Shopping-Tag konnte beginnen! Aus dem geplanten Shopping wurde im Laufe des Tages jedoch eher ein "Café-Hopping" wie meine Schwester es zu sagen pflegte. Es war wirklich sehr warm, aber schön, nachdem man monatelang nur per Mail und selten per Handy miteinander reden konnte. Abends wollte ich wieder einen Bus nach Beaucourt nehmen als ich eine SMS von Emmanuel bekam. Er hatte noch den ganzen Samstag bei der "fête des familles" (Feier der Familien) geholfen. Er schrieb, dass er anstatt Sonntagmorgen schon heute mit seinen Eltern nach Hause fahren und Ganache mitnehmen würde. Die Kleine hatte also doch noch ein neues Zuhause gefunden.

Emmanuel und ich gingen also nach zehn Monaten ohne einen Abschied auseinander und als ich am selben Abend in meinem französischen Zuhause ankam, war da noch ein entschuldigender Brief von ihm auf dem Küchentisch - eine ungewohnte Leere und zwei Fremde auf dem Dachboden. Dass die zwei wirklich weg waren wurde erst in dem Moment klar.

Ein heftiges Gewitter kündigte in der Nacht den Abschiedsregen am nächsten Morgen an. Unser Auto war letztlich gut gefüllt mit allem, was sich während meiner Zeit in Frankreich angesammelt hatte. Es war gegen 9 Uhr als meine Mutter, meine Schwester und ich Beaucourt verließen. Gegen 21:30 Uhr, nach rund 12 Stunden auf deutschen Autobahnen, hatte mich mein richtiges deutsches Zuhause wieder.

Tumblr: neue Fotos (Seite 1 ff.)
ANDERE BEITRAG:
"Moi, Katzenoma" |
« Aime ce moment de ta vie »

P.S.: Mein Blog wird trotz meiner Rückkehr nach Deutschland weiterhin aktiv bleiben. Frankreich habe ich verlassen, aber mein DJiA läuft erst Mitte September aus. Viel Spaß beim Weiterlesen!
Liebe Grüße, Lucie

Freitag, 29. Juni 2012

« Aime ce moment de ta vie »

Foto (c) privat
Am frühen Dienstagabend kamen Emmanuel, Corentin, Kelton, Annouk und ich gemeinsam am Bahnhof von Colmar an und trafen gleich auf Marguerite von VISA, die unsere Anwesenheit notierend zum Bus schickte. Im Bus wurde dann vorwiegend auf Deutsch gesprochen, weil wir Deutschen nach 10 Monaten immer noch die Mehrheit der Freiwilligen bildeten. Man muss sich wundern, aber meine Muttersprache war sofort wieder da.

Wie bereits erwähnt war das letzte Seminar sehr kurz, aber dennoch mit viel Programm gefüllt. Zusammendfassend meine ich, dass wir ziemlich gut und viel gegessen haben. Mal sind wir allein auf dem Berg durch die Vogesen gewandert und haben unseren Dienst mit Fragen reflektiert. Mal haben wir uns in unterschiedlichen Ateliers wieder gefunden. Ich zum Beispiel im "Atelier Expo", also einer Austellung unserer selbst entworfenen Werke. Mein Plakat trug den Namen "Espoir" (Hoffnung). Mal diskutierten wir ein letztes Mal über "Liberté, Fraternité, Egalité", beschrieben Steine und Briefe an uns selbst. Der Donnerstagabend, der letzte Abend, stand im Zeichen eines "soirée festive" (festlichen Abends). Wir stellten in den Atelier-Gruppen vor, was wir zuvor am Nachmittag erarbeitet hatten: Die Expo, Sketche, europäische Lieder, Bogenschießen oder Spiele für alle Sinne.

Der Abend nahm ein zunehmend trauriges Ende - erst war Deutschland im EM-Viertelfinale gegen Portugal ausgeschieden, dann verabschiedete sich Marguerite im Namen von VISA bei uns. Beim Seminar Anfang September 2011 hatten wir Freiwilligen einen Namen eines jeweils anderen Mitfreiwilligen gezogen mit der Aufgabe, uns während des Dienstes ein bisschen um ihn/sie zu kümmern (via Mail / Brief / etc.). Aber selbst diese Auflösung dieser "Paare" konnte die Stimmung nicht mehr heben. Wer hatte meinen Namen gezogen und kam auf mich zu als ich in der Mitte des Raumes stand? Emmanuel. Anika hielt sich nur noch den Bauch vor Lachen.

Am Freitagmorgen war der Abschied nach einer eher kurzen Nacht gar nicht mal so schwer. Dank Facebook&Co. bleibt man auch weiterhin in Kontakt und für die deutschen Frewilligen findet noch ein Rückkehrseminar nächsten September statt.